Regie
Der Japaner Yoshi Oida lebt als Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller in Paris. Er hat in seiner Heimat studiert und an der Universität in Keio sein Magisterstudium abgeschlossen. In Frankreich wurde er mit den Orden Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres (1992) und Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres (2007) ausgezeichnet.
Im Jahre 1968 wurde er von Jean-Louise Barrault als Schauspieler dem weltberühmten Regisseur Peter Brook empfohlen. Ihre erste gemeinsame Arbeit war die experimentelle Produktion von Shakespeares The Storm (Der Sturm) in Brooks Bearbeitung im Londoner Round House; im Jahre 1990 haben sie diese Produktion in der Übersetzung von Jean-Claude Carrière beim Festival in Avignon und auf einer internationalen Tournee gezeigt. Als Schauspieler ist Yoshi Oida in mehreren von Brooks Inszenierungen aufgetreten, u. a. in Orghast von Ted Hughes (Iran 1971), Conference of Birds (Die Konferenz der Vögel) von John Heilfern (New York 1973), The IKS nach einem Buch von Colin Turnbul (Paris 1975), Mahabharata in der Bearbeitung von Jean-Claude Carrière (Festival in Avignon 1985 und internationale Tournee), The Man Who Mistook His Wife for a Hat (Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselt hat) nach einem Buch von Olivier Sachs (Frankreich 1993 und internationale Tournee), in einem Theater-Experiment von Peter Brook Quie est la? (Wer ist da?; Frankreich 1995 und europäische Tournee), Tierno Bokar (2004 in Deutschland, Spanien, Brasilien und Frankreich). Er arbeitete als Schauspieler auch mit anderen Regisseuren zusammen, z. B. mit Jossy Wieler in The Ghost Stories at Yotsuya (Gespenstergeschichten aus Yotsuya) von Tsuruya Nanboku (Tokyo 2005) und Simon Mc Burny (Shun-Kin von Junichiro Tanizaki, 2008).
Yoshi Oida hat auch in mehreren Filmen gespielt: der bekannteste ist Mahabharata in der Regie von Peter Brook (1988). Der Film The Pillow Book (Der Traumbuch) des Regisseurs Peter Greenway wurde beim Festival in Cannes im Jahre 1996 aufgeführt, The Eyes of Asia (Die Augen Asiens) in der Regie von J. M. Grilo nahm am Wettbewerb in Locarno 1996 teil, Felice, felice in der Regie von Peter Delpeut beim Festival in Rotterdam 1998. Im Jahre 1999 hat Yoshi Oida im Film The Autumn Flowers (Die Herbstblumen; Regie Shunshuke Ikehata) gespielt, der beim Festival in Bénodet (Frankreich) den Grand Prix erhalten hat und beim Mainchi-Wettbewerb wurde er dafür für die männliche Nebenrolle ausgezeichnet. Wichtig ist für Yoshi Oida auch die seinen Beruf reflektierende literarische Tätigkeit: die auf Englisch geschriebenen An Actor Adrift (Ein verlorener Schauspieler; 1992), The Invisible Actor (Der unsichtbare Schauspieler; 1998) und The Actor’s Tricks (Die Tricks eines Schauspielers; 2008) sind auch mehrmals übersetzt worden.
Seit 1975 widmet sich Yoshi Oida auch der Theaterregie. Seine erstes Regiearbeit war das japanische Ritual-Schauspiel Hannya Shingyo von Shogo Ota und Takuro Endo; das Werk wurde auch in Paris, New York, Amsterdam und auf einer Tournee in Kanada gespielt. Die japanische Kultur ist für Yoshi Oida eine bleibende Inspirationsquelle, z. B. für Amé Tsuchi nach dem Text von Mutso Takahashi nach einem japanischen Mythos (Paris 1978 und internationale Tournee), Interrogations – die Worte der Meister Zen, Köan (Festival in Avignon 1978 und internationale Tournee), Über den Berg kommen (in Deutschland 1983, europäische und indische Tournee), Fiore di Riso, Fiori di Fango nach den japanischen Texten des Kyogen-Theaters (Italien 1989), The Hunting Gun (Der Jagdgewehr) nach dem Roman von Yasushi Inoue (Deutschland, Schweiz 1994) The Woman in the Dune (Die Frau im Sand) nach dem Roman von Kobo Abe (Deutschland, Schweiz 1995), Madame de Sade von Yukio Mishima (Deutschland 1996). Im Jahre 1997 hat er in Berlin szenische Variationen nach den Texten des No- bzw. Kyogen-Theaters und des modernen Theaters von Kukio Mishima unter dem Titel Han-Jo aufgeführt, im Jahre 1982 dann The Tibetan Book of Dead (Das tibetanische Totenbuch) in der Bearbeitung von Isabelle Famchon in Paris und Rennes; in einer revidierten Fassung dann 1986 unter dem Titel The Guide of the Other World (Ein Führer durch die andere Welt) in Italien und bei einer europäischen Tournee.
Yoshi Oida hat auch bei vielen Werken europäischer Autoren Regie geführt; in seiner eigenen Bühnenausstattung war es z. B. La divina commedia (Die Göttliche Komödie) von Dante (Italien 1982), Endgame (Endspiel) von Samuel Beckett (Niederlande 1997), Molly Sweeney von Brian Friel (Deutschland 1997), Le malentendu (Das Missverständnis) von Albert Camus (Deutschland 1999), Draum om hausten von Jon Fosse (unter dem Titel Traum im Herbst, Österreich 2001). Mehrere dramatische Werke hat er als Tanzstücke bearbeitet; für seine Tanzadaptierung von Les bonnes (Die Zofen) Jean Genets (Stuttgart 2001 und Tournee in Deutschland und dem übrigen Europa) wurde er im Jahre 2002 in London mit dem Preis Time Out für beste Inszenierung des Jahres ausgezeichnet.
Yoshi Oida hat auch mehrere musikalische Werke szenisch betreut, z. B. Das Lied von der Erde Gustav Mahlers in der Bearbeitung von Arnold Schönberg (Frankreich, Luxemburg 2002) oder Die Winterreise von Franz Schubert (Deutschland, Mexico 2007). Er führte die Regie in mehreren Opern, z. B. Curlew River von Benjamin Britten (Frankreich und europäische Tournee 1998, USA-Tournee 2003), Le rossignol (Die Nachtigall) von Igor Strawinski (Frankreich 2000), The village of the Wolf Club (Das Dorf der Wölfe) von Guo Wenjing (Frankreich 2000), Alex Langer von Giovanni Verrando nach dem Libretto von Vito Ugo Calabretta (Italien 2003), La Frontière (Die Grenze) von Philippe Manoury nach dem Libretto von Daniela Langer (Paris und französische Tournee 2003), Verdis Nabucco ( Italien, Finnland und Belgien 2006) und Death in Venice (Tod in Venedig) von Benjamin Britten beim Festival Aldeburgh und den Bregenzer Festspielen 2007, ein Werk, das in seiner Regie im Mai 2009 auch in Lyon und im Oktober des selben Jahres in Toronto aufgeführt werden wird.
Inszenatoren
- Der Tod in Venedig: Regie
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23. 05. 2012 um 19:00
G. Rossini: Der Barbier von Sevilla
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24. 05. 2012 um 19:00
G. Puccini: Tosca
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25. 05. 2012 um 19:00
G. Puccini: La Bohème
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