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Rudolf Krečmer

Rudolf Krečmer wurde im Jahre 1950 in einer Familie mit langer Musiktradition geboren. Den ersten Musikunterricht und den Kontakt mit dem Konzert- und Opernleben hat ihm sein Stiefvater, der Dirigent Václav Neumann, vermittelt.

Nach seinem Abitur am Gymnasium und Abschluß des Studiums am Prager Konservatorium setzte Rudolf Krečmer seine musikalische Ausbildung an der Akademie der musischen Künste in Prag fort, wo er bei Alois Klíma im Jahre 1978 das Fach Dirigieren absolvierte. 1970–1975 konnte er seine ersten Erfahrungen als Dirigent mit dem Kammerensemble Camerata Nova sammeln; einen seiner Auftritte mit diesem Ensemble hat Hans Swarovsky besucht und ihm die Möglichkeit geboten, an seinen Meisterkursen an der Wiener Musikhochschule (1974) teilzunehmen. Noch während seines Studiums war Rudolf Krečmer an der Gründung des Opernorchesters in Hradec Králové beteiligt, mit dem er die folgenden zehn Jahre als Dirigent, später als Chefdirigent verbunden blieb. Mit diesem Orchester, der heutigen Philharmonie Hradec Králové, begründete Krečmer die Tradition der Abonnenten-Konzerte und absolvierte mit ihm auch eine Reihe erfolgreicher Gastspiele im Ausland. Außerdem gastierte er bei mehr als 40 Orchestern, darunter bei fast allen renommierten seiner Heimat (z. B. Prager Symphoniker, Symphonisches Orchester des Prager Rundfunks, Prager Kammerorchester, Slowakische Philharmonie Bratislava, Staatsphilharmonie Brno, Janáček Philharmonie Ostrava, Philharmonie Košice und Symphonisches Orchester Karlovy Vary).

Im Ausland ist Rudolf Krečmer wiederholt mit den Hamburger Symphonikern, der Bochumer Symphonie, der Philharmonie Bremen, dem Rundfunkorchester Leipzig, der Schweriner Philharmonie, dem Bruckner-Orchester Linz aufgetreten. Mit den Bamberger Symphonikern hat er die beiden Violoncellokonzerte Antonín Dvořáks eingespielt, und mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in München Werke von Bohuslav Martinů, Luboš Fišer und Otmar Mácha. Er absolvierte im Jahre 1984 in Italien eine Tournee von zwölf Konzerten mit dem Orchestra Siciliana Palermo, auf deren Programm der symphonische Zyklus von Bedřich Smetana Mein Vaterland stand. Er arbeitet regelmäßig auch mit Orchestern in Japan zusammen: In den Jahren 1982–1996 hat er wiederholt das Rundfunk-Symphonieorchester Sapporo dirigiert, weiters das Schinsei Symphonieorchester Tokyo und das Philharmonieorchester Tokyo. Mit diesem und dem Symphonischen Orchester NHK hat Rudolf Krečmer in den Jahren 1991 und 1992 mehrere weitere Konzerte in ganz Japan gegeben.

Ebenso intensiv ist Rudolf Krečmer als Operndirigent tätig. Im Jahre 1981 absolvierte er auf Einladung von Wolfgang Sawallisch einen sechsmonatigen Studienaufenthalt als Dirigierassistent an der Bayerischen Staatsoper in München. In dieser glanzvollen Ära der Münchener Oper konnte er so prominente Dirigenten wie Wolfgang Sawallisch, Rafael Kubelík, Riccardo Muti, Nello Santi, Carlos Kleiber und nicht weniger bedeutende Opernregisseure August Everding, Bohumír Hrdlička und Jean-Pierre Ponnelle bei ihrer Arbeit persönlich erleben.

Im Jahre 1988 wurde Rudolf Krečmer Dirigent der Oper des Nationaltheaters Prag. Bereits am Beginn seines Engagements hat durch seine Einstudierung der Neuinszenierung der Griechischen Passion von Bohuslav Martinů auf sich aufmerksam gemacht, er hat auch die von Alberto Zedda revidierte Fassung von Rossinis Il barbiere di Siviglia vorstudiert. Im Jahre 1989 dirigierte er an der Neuen Bühne des Nationaltheaters die Premiere von Martinůs Alexander bis und Purcells Dido and Aeneas. In dieser Zeit lernte er den Dirigenten Bohumil Gregor kennen, der ihn als 2. Dirigenten für die neuen Produktionen von Leoš Janáčeks Die Ausflüge des Herrn Brouček und Aus einem Totenhaus einsetzte. Während seiner drei Jahren am Nationaltheaater hat Krečmer auch Rigoletto, Rusalka und Tosca dirigiert und sich an der von Zdeněk Košler geleiteten Produktion von Così fan tutte beteiligt. Im Jahre 1997 hat er Mozarts Don Giovanni für die Stagione des Ensembles „Opera Mozart“ am Ständetheater einstudiert.

Rudolf Krečmer war auch Gast an bedeutenden Opernbühnen im Ausland. Im Jahre 1989 hat er Eugen Onegin am Teatro Municipale Rio de Janeiro einstudiert, 1990 die Tosca an der Staatsoper Hannover mehrmals dirigiert, 1991 sechs Vorstellungen und die Fernseh-Übertragung von Janáčeks Jenůfa am Teatro del Liceo in Barcelona, 1992 zwölf Mal die Verkaufte Braut am Opernhaus Bonn, mehrmals Die Zauberflöte an der Staatosper Stuttgart, 1993 mehrere Vorstellungen von Humperdincks Hänsel und Gretel an der Staatsoper Hamburg und Janáčeks Die Sache Makropulos am Teatro Nacional de São Carlos Lissabon. Eine große Herausforderung war für ihn der Zyklus von Janáček-Opern an der Opèra du Rhin Strasbourg in den Jahren 1992–1995. Im Jahre 2000 folgte dann Das schlaue Füchslein am Teatro Colón Buenos Aires als Erstaufführung in Südamerika.

Im Jahre 1999 wurde Rudolf Krečmer als Dirigent an die Staatsoper Prag engagiert und nach der Ernennung von Bohumil Gregor als Musikdirektor von diesem zu seinem Vertreter gewählt. An diesem Haus hat Krečmer bis jetzt den Freischütz (1999), Ein Maskenball (2001), Die Zauberflöte (2002) und die Tosca, Carmen, Rigoletto, Turandot, Aida, Pique Dame einstudiert und dirigiert und auch die Operette Die Fledermaus musikalisch geleitet. In den Jahren 2008–2010 war Rudolf Krečmer Opernchef an der Staatsoper Prag.

September 2011
Photos: Rudolf Krečmer

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Tomáš Vrbka
Die Staatsoper Prag gibt in der Mitarbeit mit dem Verlag Slovart eine repräsentative Publikation heraus, die sich mit der Geschichte dieser bedeutenden Kulturinstitution seit ihrer Öffnung im Jahre 1888 bis Ende der Saison 2002/2003 beschäftigt. Das Buch mit dem Titel Státní opera Praha – Historie divadla v obrazech a datechDie Staatsoper Prag – die Theatergeschichte in Bildern und Daten konzentriert sich ausschließlich auf das Opergeschehen auf dieser Bühne, obwohl dieses Theater in der Vergangenheit unter verschiedenen Namen auch dem Schauspiel, der Operette und dem Ballett diente. Die Teile, die sich diesen Genres widmen, plant die Staatsoper Prag in den nachfolgenden Jahren herauszugeben.

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