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Giacomo Puccini: La Bohème

Inszenatoren

Besetzung

Am Ende des 19. Jahrhunderts erschienen im italienischen Musiktheater neue, aufgrund der zeitgenössischen realistischen Literatur ausgearbeitete Opernsujets. Der Naturalismus eines Émile Zola hat auf alle romantischen Idealisierungen verzichtet; er wollte die Welt mit ihrer Armut und ihrem Leid darstellen. Die selben Wege ging auch der Verismo-Stil der italienischen Oper: Die Handlung war voll von Leidenschaften, die manchmal zu einem gewaltsamen Schluß führten. Die Opern von Giacomo Puccini Manon Lescaut, La Bohème, Tosca und Madama Butterfly gehören zu den Höhepunkten dieses Stils. Die im Jahre 1851 veröffentlichten Scènes de la vie de bohème des Pariser Malers und Schriftstellers Henry Murger sind ein Bestseller geworden und Puccini hat sofort die Möglichkeit gesehen, sie zu einer Oper verwenden. Die rührende Geschichte von der Liebe zwischen dem Dichter Rodolfo und der todkranken Mimi und über die Freundschaft von vier jungen Künstlern am Pariser Montmartre waren ein ideales Thema für eine Oper. Das Libretto stammt von Luigi Illica und Giuseppe Giacosa, zwei erfahrenen Librettisten, mit denen der Komponist bereits an seiner Manon Lescaut zusammengearbeitet hatte; diese Zusammenarbeit sollte dann auch noch mit Tosca und Madama Butterfly fortgesetzt werden. La Bohème wurde am 1. 2. 1896 in Teatro Regio in Turin unter der Leitung von Arturo Toscanini uraufgeführt. Die scheinbare Leichtigkeit des Werkes im Vergleich mit dem herrschenden Wagnerismus hat Publikum und Kritik überrascht und die Premiere wurde nur zurückhaltend aufgenommen. Zwei Monate danach hatte sie in Palermo jedoch bereits einen riesigen Erfolg. Ähnlich wie später in Madama Butterfly oder Turandot hat hier Puccini seine Meisterschaft in der Schilderung des Lokalkolorits gezeigt. Claude Debussy soll gesagt haben, er kenne niemanden, der das Paris jener Zeit mit Musik besser charakterisieren hätte können als Puccini.

Im Gebäude der Staatsoper Prag (dem ehemaligen Neuen deutschen Theater) wurde La Bohème am 3. 5. 1908 erstaufgeführt und bis heute siebenmal inszeniert worden. Die neue Produktion in der inspirierten und geschmackvollen Regie von Ondřej Havelka hat im Jahre 2008 den Höhepunkt der Feierlichkeiten anlässlich des 120. Jahrestags des Bestehens des Gebäudes der Staatsoper Prag dargestellt. In der alljährlichen Enquete der Theaterzeitung „Divadelní noviny“ wurde diese Produktion für die „Inszenierung des Jahres 2008“ und Christina Vasileva (Mimi) und Svatopluk Sem (Marcello) für den Thalia-Preis nominiert.

Premiere: 23. 10. 2008

Aufführungsdauer: 2 Stunden 15 Minuten mit 1 Pause
Vorstellung in Italienisch mit tschechischen und englischen Bühnenübertiteln.

Echos in der Presse

„Der Regisseur Ondřej Havelka hat eine geschmackvolle, ungewöhnliche Interpretierung dieses klassischen Opernwerkes geboten... Die bis ins Detail durchdachte szenographische Arbeit würde sogar Franco Zeffirelli gefallen...“

(Frank Kuznik, Prague Post 29. 10. – 4. 11. 2008)

La Bohème
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La Bohème auf dem Spielplan der SO

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Tomáš Vrbka
Die Staatsoper Prag gibt in der Mitarbeit mit dem Verlag Slovart eine repräsentative Publikation heraus, die sich mit der Geschichte dieser bedeutenden Kulturinstitution seit ihrer Öffnung im Jahre 1888 bis Ende der Saison 2002/2003 beschäftigt. Das Buch mit dem Titel Státní opera Praha – Historie divadla v obrazech a datechDie Staatsoper Prag – die Theatergeschichte in Bildern und Daten konzentriert sich ausschließlich auf das Opergeschehen auf dieser Bühne, obwohl dieses Theater in der Vergangenheit unter verschiedenen Namen auch dem Schauspiel, der Operette und dem Ballett diente. Die Teile, die sich diesen Genres widmen, plant die Staatsoper Prag in den nachfolgenden Jahren herauszugeben.

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