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Georges Bizet: Carmen

Inszenatoren

Besetzung

Die Uraufführung von Carmen am 3. 3. 1875 an der Pariser Opéra Comique hatte beim Publikum nur mäßigen Erfolg. Bizet wurde zwar am Tag der Premiere mit dem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet, diese Auszeichnung konnte jedoch seine Enttäuschung über die Zurückhaltung des Publikums seinem Werk gegenüber nicht tilgen. Einen wahren Triumph für die Oper brachte erst am 23. 10. 1875 ihre Erstaufführung an der Hofoper in Wien, die jedoch Bizet nicht mehr erlebt hat. Seit jenem Tage hat Carmen die Opernbühnen der Welt erobert und gehört bis heute zu den meistgespielten Werken. Den Stoff fand der Komponist in der Novelle Prosper Merimées über die schöne und leichtsinnige Carmen, deren ungezügeltes Leben durch die Hand ihres verlassenen Liebhabers Don José beendet wird. Bizet liebte diese Geschichten mit exotischer Atmosphäre und ließ sich, obwohl er selbst Spanien nie besucht hatte, durch Merimées Erzählung gerne inspirieren. Das Libretto haben Henri Meilhac (gesprochene Dialoge) und Ludovic Halévy (gesungene Partien) ausgearbeitet, auch Bizet selbst hat wahrscheinlich viel zu ihm beigetragen (z. B. stammt der Text zur populären Habanera von ihm).

Die so genannte definitive Fassung stammt jedoch nicht von Bizet. Er hat einen Tag vor seinem Tod, am 2. 6. 1875, einen Vertrag mit der Wiener Hofoper unterzeichnet, deren Bedingung es war, die Dialoge durch Rezitative zu ersetzen. Diese Aufgabe hat dann Bizets Schüler Ernest Guiraud übernommen, der auch die Ballettmusik im 4. Akt aufgrund anderer Werke seines Lehrers zusammengestellt hat. Seit der Wiener Erstaufführung wurde die Carmen viele Jahre hindurch in dieser Fassung gespielt. Der Musikologe Fritz Oeser veröffentlichte im Jahre 1964 seine Rekonstruktion der ursprünglichen Fassung; so hat die heutige Aufführungspraxis zwei Versionen zur Verfügung. Die Staatsoper Prag führt die ursprüngliche Fassung mit gekürzten Dialogen auf.

Premiere: 11. 3. 2004

Aufführungsdauer: 2 Stunden 55 Minuten mit 1 Pause
Vorstellung in Französisch mit tschechischen und englischen Bühnenübertiteln.

Echos in der Presse

„Diese hervorragende Produktion an der Staatsoper Prag bringt alles, was eine Carmen bieten soll: eine zündende Mischung aus Liebe, Eifersucht und zwiespältiger Abhängigkeit, sie blendet das Publikum mit bunten Tanz- und Chornummern und die Musik wird im zügigen Tempo und in faszinierender Detailarbeit präsentiert.“

(Frank Kuznik, The Prague Post, 24. 3. 2004)

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Tomáš Vrbka
Die Staatsoper Prag gibt in der Mitarbeit mit dem Verlag Slovart eine repräsentative Publikation heraus, die sich mit der Geschichte dieser bedeutenden Kulturinstitution seit ihrer Öffnung im Jahre 1888 bis Ende der Saison 2002/2003 beschäftigt. Das Buch mit dem Titel Státní opera Praha – Historie divadla v obrazech a datechDie Staatsoper Prag – die Theatergeschichte in Bildern und Daten konzentriert sich ausschließlich auf das Opergeschehen auf dieser Bühne, obwohl dieses Theater in der Vergangenheit unter verschiedenen Namen auch dem Schauspiel, der Operette und dem Ballett diente. Die Teile, die sich diesen Genres widmen, plant die Staatsoper Prag in den nachfolgenden Jahren herauszugeben.

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